Was ist Bio?

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft definiert den Begriff der ökologischen Landwirtschaft und stellt das Regelwerk für die Siegelvergabe. Auch wenn es sich hier um einen Mindeststandard handelt, stehen wir hinter diesen Werten und möchten Dir diese hier vorstellen.

Was ist ökologischer Landbau?

Der Hauptgedanke der ökologischen Landwirtschaft ist ein Wirtschaften im Einklang mit der Natur. Der landwirtschaftliche Betrieb wird dabei vor allem als Organismus mit den Bestandteilen Mensch, Tier, Pflanze und Boden gesehen.

Folgende Maßnahmen stehen dabei im Vordergrund:
  1. kein Pflanzenschutz mit chemisch-synthetischen Mitteln, Anbau wenig anfälliger Sorten in geeigneten Fruchtfolgen, Einsatz von Nützlingen, mechanische Unkraut-Bekämpfungsmaßnahmen wie Hacken und Abflammen;
  2. keine Verwendung leicht löslicher mineralischer Düngemittel, Ausbringen von organisch gebundenem Stickstoff vorwiegend in Form von Mist oder Mistkompost, Gründüngung durch Stickstoff sammelnde Pflanzen (Leguminosen) und Einsatz langsam wirkender natürlicher Düngestoffe;
  3. Pflege der Bodenfruchtbarkeit durch ausgeprägte Humuswirtschaft;
  4. abwechslungsreiche, weite Fruchtfolgen mit vielen Fruchtfolgegliedern und Zwischenfrüchten;
  5. keine Verwendung von chemisch-synthetischen Wachstumsregulatoren;

Das EU-Bio-Logo

Bei vorverpackten Lebensmitteln aus der EU muss das Logo der Europäischen Union für ökologische/biologische Produktion (kurz EU-Bio-Logo) auf der Verpackung erscheinen. Für aus Drittländern eingeführte Erzeugnisse ist die Verwendung des EU-Bio-Logos fakultativ. In unmittelbarer Nähe des EU-Bio-Logos befindet sich die Codenummer der zuständigen Kontrollstelle und eine Angabe über die Herkunft der landwirtschaftlichen Ausgangsstoffe des Produkts in den Formen "EU-Landwirtschaft", "Nicht-EU-Landwirtschaft" und "EU-/Nicht-EU-Landwirtschaft". Sind alle landwirtschaftlichen Ausgangsstoffe des Produktes in einem Land erzeugt worden (mindestens 98 Prozent), so kann die Angabe "EU" oder "Nicht-EU" durch die Angabe des Landes ersetzt oder um diese ergänzt werden. Bei der Angabe "EU" oder "Nicht-EU" können kleine Gewichtsmengen an Zutaten außer Acht gelassen werden, sofern die Gesamtmenge der nicht berücksichtigten Zutaten zwei Gewichtsprozent der Gesamtmenge der Ausgangsstoffe landwirtschaftlichen Ursprungs nicht übersteigt. Die gleichzeitige Verwendung staatlicher Siegel wie das deutsche Bio-Siegel und auch die Verwendung privater Logos wie die der Anbauverbände ist weiterhin möglich. Die Kennzeichnung und Werbung für strengere Verbände- oder Markenstandards ist möglich.

Die Kernpunkte der EU-Regelungen

  1. Umstellungsvorschriften für Betriebe mit pflanzlicher Produktion,
  2. Erhaltung und Steigerung der Bodenfruchtbarkeit durch spezielle Bodenbearbeitung und mehrjährige Fruchtfolgen,
  3. ergänzende Düngemittel und Pflanzenschutzmittel nur sofern sie in speziellen Positivlisten aufgeführt sind und
  4. grundsätzliche Verwendung von ökologisch vermehrtem Saat- und Pflanzgut.

Drittlandimporte

Ein weiterer umfangreich geregelter Bereich sind die Durchführungsbestimmungen für Drittlandimporte (Verordnung (EG) Nr. 1235/2008). Sie sollen sicherstellen, dass landwirtschaftliche Produkte und Lebensmittel aus Staaten, die nicht der EU angehören, nur dann als Ökoware in der EU frei vermarktet werden, wenn in den Drittländern konforme oder gleichwertige Regelungen sowohl im Hinblick auf die Produktionsvorschriften als auch in Bezug auf die Kontrollmaßnahmen gelten.

Die EU-Kommission hat bereits einige Drittländer mit ihren Erzeugungsvorschriften und Kontrollsystemen geprüft und gelistet. Durch die Aufnahme dieser Länder in Anhang III der Verordnung (EG) Nr. 1235/2008 (Verzeichnis der anerkannten Drittländer oder Drittlandliste) hat die Kommission anerkannt, dass die Erzeugungs- und Kontrollvorschriften bestimmter Erzeugniskategorien in diesen Ländern gleichwertig zu den Regelungen der EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau sind. Nur die gelisteten Erzeugnisse dieser Länder können ohne spezielle Vermarktungsgenehmigung in die EU eingeführt und mit einem Hinweis auf ökologischen Landbau vermarktet werden. Voraussetzung ist, dass sie von einer anerkannten Kontrollstelle kontrolliert und zertifiziert worden sind.

Darüber hinaus hat die EU-Kommission eine Reihe von in Drittländern tätigen Kontrollstellen, die dafür zuständig sind, in Drittländern Kontrollen durchzuführen und Bescheinigungen auszustellen, im Hinblick auf die Gleichwertigkeit anerkannt. Diese anerkannten Stellen und Behörden hat sie in ein Verzeichnis aufgenommen.


Quelle und weiterführende Informationen: www.bmel.de

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